Landtagswahl 2022

Die Parteiprogramme zur Landtagswahl in NRW greifen nur am Rande die prekären Arbeitssituationen der Callcenter Beschäftigten in NRW auf.

Am 15.05.2022 ist die Landtagswahl in NRW.

Leider greifen die Programme einiger Parteien nur mäßig das Thema der prekären Arbeitssituationen auf. Geschweige denn, dass konkret die anhaltend schlechten Arbeitsbedingungen von Callcenter Beschäftigten näher beleuchtet werden.

In Callcentern werden, insbesondere durch Auslagerungen, mitunter ausgebildete Sachbearbeiter*innen eingesetzt. Diese werden dort mit einem Mindestlohn von 9,82 € (maximal 1.571.20 €/Monat) abgespeist.

Die Jobs in Callcentern sind auf Grund der hohen standardisierten Arbeitsaubläufe unsicher und man ist leicht austauschbar. Die hohen Fluktuationsquoten in den Betrieben zeigen, wie unattraktiv diese Arbeit ist und wie wenig von den Unternehmensführungen unternommen wird, um die Mitarbeiter*innen zu halten.
Auch werden häufig Benchmarks gesetzt, die von den Beschäftigten nur schwer erreichbar sind und demnach auch die „on Top“ Vergütungen auf der Strecke bleiben.

Die Parteiprogramme rücken nur am Rande und als Teil der Bekämpfung von Armut diesen Bereich ins Blickfeld und sprechen nicht gezielt auf die in Call Center herrschenden Verhältnisse an.

Nach wie vor ist es schwierig in diesen Betrieben eine gute Betriebsratsstruktur aufzubauen. Mitbestimmung ist oft nicht gern gesehen. Ganz zu schweigen von einheitlichen Tarifverträgen für die Branche.

Es wird davon gesprochen, dass die Digitalisierung und neue Technologien als Triebfeder höherer Löhne und Gewinnbeteiligungen durch Kapitalanlagen dienen. Aber waren diese in der Vergangenheit wirklich Antrieb für Lohnerhöhungen?
Aus unserer Sicht war das der Verdienst von Gewerkschaftsarbeit und der Interessenvertretung der Arbeitnehmer*innen.

  • Es fehlt also bei allen Parteien (soweit ich das in meiner Recherche ausfindig machen konnte) ein Aufzeigen der Mittel zum Umsetzen höherer Löhne und besserer Arbeitsbedingungen.  

Somit bleibt zu erwarten, dass sich auch für die Beschäftigten der Callcenter Branche erstmal wenig, über die Erhöhung des Mindestlohns am 1. Oktober hinaus, etwas ändern wird.

Gemeinsam mit ver.di können wir mehr erreichen. Beteiligt Euch beim Netzwerken unter ver.di Mitgliedern der Callcenterbeschäftigten und kommt zum nächsten Aktivenkreis.

Anmelden könnt ihr Euch bei: anja.schoen@verdi.de

Verfasserin: Callcenterbeschäftigte und ver.di Mitglied aus dem Bezirk Westfalen

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